Hauswartung
Unkraut auf Gehwegen: was wirklich hilft
Herbizide sind auf Gehwegen verboten – und vieles andere bringt nichts. Was sich in 20 Jahren Hauswartung wirklich bewährt hat. Jetzt lesen!
Kaum wird es im Frühling warm, spriesst es aus jeder Fuge. Methoden gegen Unkraut auf Gehwegen gibt es viele – vom Hausmittel bis zur Spezialmaschine. Aber ehrlich: In unserer täglichen Arbeit als Hauswarte haben sich nur wenige davon wirklich bewährt. Hier ist, was bei uns seit Jahren funktioniert – und wovon wir die Finger lassen.
Zuerst das Wichtigste: Chemie ist verboten
Was viele nicht wissen: Herbizide dürfen in der Schweiz auf Wegen, Plätzen, Terrassen und Dächern nicht eingesetzt werden – das regelt die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) seit über 20 Jahren. Das gilt auch für vermeintlich harmlose Hausmittel wie Essig oder Salz: Auf befestigten Flächen versickern sie nicht im Boden, sondern landen über die Schächte direkt im Abwasser oder Gewässer. Wer erwischt wird, riskiert eine Busse.
Die gute Nachricht: Man braucht die Chemie gar nicht.
Unsere Standardmethode: die Drahtbürste
Klingt unspektakulär, ist aber unser meistgenutztes Werkzeug: eine Drahtbürste mit Stiel. Gibt es in jedem Baumarkt für wenig Geld – und für Gehwege mit schmalen Fugen ist sie ideal, um das Unkraut samt Wurzelansatz herauszukratzen.
Was die Drahtbürste in der Praxis so wertvoll macht:
- Keine Chemie, keine Hitze – gerade im Hochsommer ist offenes Feuer auf dem Trottoir heikel
- Kein Lärm – die Anwohner danken es
- Kein Fugensand nötig – bei Gehwegplatten, die direkt aneinander gereiht sind, bleibt die Fuge intakt
Unsere Empfehlung nach vielen Jahren im Einsatz: der Fugenreiniger 3in1 aus dem Gardena combisystem. Der grosse Vorteil: Ist die Drahtbürste irgendwann abgenutzt, ersetzt man einfach den Kopf statt das ganze Werkzeug.
Am Schluss sammeln wir das gelöste Material mit der Kehrmaschine ein – bei uns ist das eine Kärcher KM 70/20 C 2SB. Das ist ein Profigerät; für Privatpersonen reicht ein kleineres Modell oder schlicht ein guter Besen. Bürsten, kehren, fertig.
Bei Pflastersteinen: der Brenner
Anders sieht es bei Pflastersteinen aus, etwa als Einfassung von Rasenflächen. Hier raten wir von der Bürste ab: Kratzt man zwischen den Steinen zu viel Material heraus, werden sie locker – und mit der Zeit wird die ganze Einfassung instabil.
Hier arbeiten wir mit dem Abflammgerät. Der Hitzeschock lässt das Unkraut absterben, ohne dass die Fugen leiden. Wichtig dabei: Das Abflammen muss man regelmässig einplanen, sonst spriesst direkt wieder neues Unkraut nach. Einmal pro Saison reicht nicht.
Für vernachlässigte Flächen: die Wildkrautbürsten-Maschine
Übernimmt man eine Fläche, die lange nicht gepflegt wurde – oder eine Liegenschaft, bei der das Unkraut schneller wächst, als man von Hand hinterherkommt – lohnt sich der Einsatz einer Wildkrautbürsten-Maschine. Die Geräte laufen mit Benzin- oder Elektromotor und lassen sich wie ein Rasenmäher führen: wenig Körpereinsatz, schnell, sauberes Ergebnis. Wir setzen auf Maschinen von AS-Motor – robust und für den Dauereinsatz gebaut.
Zwei Dinge sollte man beachten:
- Empfindliche Beläge gehören nicht unter die Stahlbürste – vorher das Material prüfen
- Auf alten, lange nicht gereinigten Gehwegen sieht man nach der Behandlung Bürstenstriche. Die verschwinden mit der Zeit von selbst und stören im Vergleich zum vorherigen Unkraut-Teppich kaum
Danach gilt: von Hand dranbleiben, damit es nie wieder so weit kommt.
Wovon wir abraten: der Hochdruckreiniger
Das Ergebnis sieht auf den ersten Blick sensationell aus – saubere Steine, keine einzige grüne Fuge. Aber schon nach kurzer Zeit spriesst das Unkraut wie wild: Es hat reichlich Wasser bekommen und eine frisch ausgeräumte Fuge, durch die es ungehindert wachsen kann. Wir haben das oft genug gesehen.
Die Ausnahme wäre ein Heisswasser-Hochdruckreiniger – aber diese Geräte sind für diesen Einsatz schlicht zu teuer. Auch die reine Heisswasser-Methode funktioniert höchstens auf sehr kleinen Flächen: Man bräuchte bei jeder Liegenschaft heisses Wasser oder einen Stromanschluss. In der Praxis ist das zu umständlich.
Der unterschätzte Trick: regelmässig kehren
Einer der wirksamsten Hebel gegen Unkraut kostet gar keinen Extra-Aufwand: Wer seine Gehwege regelmässig mit der Kehrmaschine kehrt, hat automatisch weniger Unkraut. Feiner Schmutz, Laubreste und Samen werden aus den Fugen entfernt, bevor sie sich festsetzen und keimen können. Komplett verhindern lässt sich Unkraut so nicht – aber der Unterschied ist deutlich spürbar.
Deshalb unser Rat für die Gehwegreinigung: lieber Kehrmaschine statt Laubbläser. Der Bläser pustet das Laub weg, lässt aber genau den feinen Schmutz in den Fugen zurück, in dem das Unkraut später wurzelt.
Der richtige Rhythmus entscheidet
Die beste Methode nützt wenig ohne den richtigen Takt. Unsere Erfahrung:
- Ab Ende März die Wege im Auge behalten. Der häufigste Fehler passiert im Frühling: Alle kümmern sich um den ersten Rasenschnitt – und vergessen die Gehwege. Genau dann muss man eingreifen.
- Anfangs Saison konsequent dranbleiben. Im Frühling wächst es am schnellsten.
- Im Hochsommer je nach Lage. Auf sonnigen, heissen Wegen verlangsamt sich das Wachstum. Schattige Wege entlang von Hecken und Büschen spriessen dagegen munter weiter.
- Bis Ende September, Anfang Oktober. Nach den letzten Durchgängen im Oktober ist Ruhe bis zum Frühling.
Bei grossen Gehwegflächen empfehlen wir einen wöchentlichen Kurz-Einsatz statt seltener Gross-Aktionen – lieber einmal mehr, dafür weniger Arbeit pro Mal. Das schont den Rücken. Und unsere wichtigste Regel: Bei jedem Termin vor Ort einen Teil des Unkrauts mitnehmen. So sieht die Liegenschaft immer gepflegt aus, es gibt keine Reklamationen – und nie einen Berg Arbeit auf einmal.
Fazit
Drahtbürste für die Gehwegfugen, Brenner für die Pflastersteine, die Wildkrautbürsten-Maschine für den Neustart verwahrloster Flächen – mehr braucht es nicht. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern die Regelmässigkeit.
Keine Zeit oder Lust, selbst zu bürsten? Genau dafür gibt es uns: Im Rahmen unserer Gartenpflege und Hauswartung halten wir Gehwege und Aussenanlagen das ganze Jahr unkrautfrei – von Illnau bis Zürich und Winterthur.